LEBENDIGE GESCHICHTSVERMITTLUNG DURCH ARCHEO-INTERPRETATION

Unser Ansatz

In Ausrüstung und dem Auftreten sind wir bemüht, soweit archäologisch und historisch nachvollziehbar, einen authentischen Einblick in den Alltag und die größeren lebensweltlichen Zusammenhänge einer Garnison am Limes aufzuzeigen. Die Gruppe orientiert sich dabei des Grundsatzes der „ARCHEO-INTERPRETATION“1 an einer lebendigen Geschichtsdarstellung unter Einbeziehung und einer überprüfenden Umsetzung historischer und archäologischer Erkenntnisse und das Aufgreifen gegenwärtiger Fragestellungen an den Quellen der Vergangenheit.

Geschichtsvermittlung ist ein Kommunikationsgeschehen zwischen der Vergangenheit und unserer eigenen Gegenwart und damit auch zwischen Menschen. Es gilt die Bedeutung eines (oft unscheinbaren) Relikts/Objekts der Vergangenheit in seiner Bedeutung für unsere Zeit zu erschließen und dessen Bedeutung freizulegen. Aus dem konkreten Objekt, Ort, soll sich ein komplexer Hintergrund entdecken lassen.

Als lebendige „Interpretatoren“ der Vergangenheit nehmen wir ein breites Publikumsfeld in den Blick, das wir aktiv in unser Vermittlungsgeschehen mit einbeziehen (Geschichte als greifbares, emotionales und erfahrungsreiches Erlebnis).
Insbesondere den jüngeren Generationen soll Anreiz für die Ausprägung eines Geschichtsbewusstseins in der sonst bindungslosen Zeit geschaffen werden. Daher ist der Einbezug von Jugendlichen in die Gruppenaktivitäten ein Schwerpunkt unserer Arbeit.

1 In einer Weiterentwicklung der museumspädagogischen Neuorientierung bei Eva-Maria Kolb, Römisches Nachspiel. Die Römer in Baden-Württemberg. Strategien musealer Vermittlung, Marburg 2008.

Fachlich und Sachlich wird die Antike wieder lebendig

Grundlegend für unseren Vermittlungsansatz der ARCHEO-INTERPRETATION ist:

  • das Anknüpfen an die gegenwärtige Erfahrungswelt durch Bedeutungs- und Beziehungsstiftung in der Interpretation, welche vor allem Kommunikation und Interaktion umfasst.
  • durch Rekontextualisierung von Relikten (bzw. deren Repliken)
  • Regionale Verankerung der Rekonstruktion, u.a durch ein Wirken an authentischen Originalstätten, wie am Ostkastell oder am Limes selbst.
  • Durch eine realitätsnahe Rekonstruktion von Personen, ihren Aufgabenkontext und ihrer Ausrüstung; Gewährleistung der Authentizität und Qualität der historischen Darstellung
  • Gegenwartsbezug der Inhalte

Die Rekonstruktion der Vergangenheit als Mittel der Geschichtsvermittlung ist dabei nie Selbstzweck, sondern stets im Kontext von einem Mehrwert für (unsere) Gegenwart, indem neue Horizonte eröffnet werden, persönlichkeitsbildend wirkt und ein wertvolles Geschichtsbewußtsein unterstützt (Frage nach Herkunft, Zukunft und Gegenwart und menschlicher Vergänglichkeit).
Der gern gesehene Nebeneffekt ist darüber hinaus die sinnvolle, erlebnisreiche Gestaltung von Freizeit in einer gleichgesinnten Gemeinschaft für die ganze Familie. Geschichte ist daher auch ein (von uns vorgelebter) gesellschaftlicher Motor der sozialen Integration.

Literatur

  • Junkelmann, Marcus, das Phänomen der zeitgenössischen „Römergruppen“, in: Inken Jensen/ Alfred Wieczorek (Hrsg.), Dino, Zeus und Asterix. Zeitzeuge Archäologie in Werbung, Kunst und Alltag heute, Mannheim /Weißbach 2002, S.73-90.