Der Hauptverein

Der Historische Verein Welzheimer Wald e.V. wurde 1979 gegründet um die Trägerschaft für den späteren Archäologischen Park und des städtischen Museums auszufüllen. Neben dem Schwerpunkt der ehrenamtlichen Arbeit im Bereich der musealen Betreuung (Aufsichtsdienst, Führungen), konnte sich der als gemeinnützig anerkannte Verein durch sein intensives heimatkundliches und denkmalpflegerisches Engagement hervortun. So wird seit Gründung die aktive Rettung von wertvoller Bausubstanz und historisch wertvollen Objekten betrieben (Abbau des alten Schulgebäudes in Ortsteil Breitenfürst und Neuauffbau im Museumsareals, Konservierung und Restaurierungswerkstatt).

Der Verein, mit über 200 Mitgliedern, ist damit der kommunale Wächter des kulturellen Erbes Welzheim. Zu den weiteren Vereinsaktivitäten gehört auch die Ausrichtung von Sonderausstellungen im Museeum, die Erprobung und Vorführung alter, vergessener Handwerkstechniken (Deicheln, Schmiede…) und ein vielfältiges Angebot an Vorträgen und Exkursionen.

Das Museum

Das Städtische Museum mit seiner neuen römischen Abteilung

Das städtische Museum weist neben seiner heimatkundlichen Ausstellungsschwerpunkt auch eine alle Aspekte umfassende provinzialrömische Abteilung auf, deren Sammlung und Präsentation die reichhaltigen Grabungsfunde des Ostkastells und der anliegenden Zivilsiedlung umfasst. Seit Einrichtung des Museums im Jahr 1980 hat sich im Bereich der archäologischen Erkenntnisse um den Limes und seiner Militäranlagen eine Vielzahl an neuer Erkenntnisse und Grabungsergebnisse in Welzheim ergeben. Um diesen neuen Forschungen eine angemessene Präsentation zu ermöglichen, ist die Erweiterung und grundlegende Neukonzeptionierung der Dauerausstellung, welche in den nächsten Jahren sich ankündigt, eine große Aufgabe des Vereins.

Das Museum selbst, direkt im malerischen Stadtkern gelegen, ist eingebettet in ein Ensemble aus historisch wertvoller Bausubstanz (alte Pfarrscheuer, Schmiede und Schuhwerkstatt, Waschhaus und Backhaus).

Der Archäologische Park

Das Areal des ehemaligen Ostkastells konnte vor der drohenden Wohnbebauung durch den Erwerb durch das Land bewahrt werden. Die mehr als 1,6 Ha große Fläche ist ein archäologisches Reservat und steht damit künftigen Generationen als Forschungsort zur Verfügung. Im Zuge der Erschließung wurden Mitte und Ende der 70iger Jahre nur kleinere Sondierungs- und Forschungsgrabungen durchgeführt, die trotz ihres geringen Umfanges wegweisende und spektakuläre Erkenntnisse und Funde mit sich brachten, wie die über hundert Einzelschuhreste, die in einem Brunnenschaft über die Jahrtausende konserviert blieben.

Zur besseren öffentlichen Präsentation wurde 1980 ein Viertel der Wehrmauer in ihrem Verlauf konserviert und sichtbar gemacht. Von besonderer Bedeutung war die vollständige Rekonstruktion der westlichen Toranlage mitsamt eines Stücks der Wehrmauer. Die Ausführung erfolgte in engster wissenschaftlicher Abstimmung und so kann bis heute die Rekonstruktion als solche noch als gültig und angemessen betrachtet werden. In ihrer Form ist sie daher in Baden-Württemberg einzigartig.

Die Weiterentwicklung des Geländes zum Archäologisches Park 1993, in Form einer Neugestaltung des Wegesnetzes, der Visualisierung von Bereichen der Innenbebauung, der Beschilderung und Neuaufstellung von Steinabgüssen aus dem ganzen obergermanischen Raum, bildete einen weiteren Markstein der Entwicklung und Präsentation dieses geschichtsträchtigen Ortes. Die attraktive Parklandschaft und eine Vielzahl von Veranstaltungen machen den Ort zu einen beliebten Ausflugsziel für Menschen aus dem Großraum Stuttgart und aus der näheren Umgebung. Der Historische Verein obliegt die Trägerschaft für den Archäologischen Park und betreut zusammen mit der Abteilung das Gelände mit Veranstaltungen und einem Führungsangebot.

Seitdem der obergermanisch-raetische Limes Teil des Welterbe der UNESCO wurde bildet Welzheim damit einen der Vermittlungsschwerpunkte in Baden-Württemberg. Auch deshalb ist der Verein an einer steten Weiterentwicklung des Geländes interessiert, welches in enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Limes-Cicerones und der Stadt Welzheim erfolgt.

Zum Archäologischen Park gehört auch die konservierte Anlage des Kleinkastells „Rötelsee“, unweit nördlich der Stadt am Limes gelegen. Die Ausgrabung und Sichtbarmachung erfolgte bereits 1976. Diese Anlage ist in ihrer Präsentation auch einzigartig und die erlangten Ergebnisse der Forschungen, vor allem der Aufschluß über die Form der Innenbebauung, waren wegweisend. (Mehr unter www.ostkastell.de)

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